Über ein Erzählcafé lässt sich zweifellos sagen, dass es intensiv, bewegend, berührend, heiter, fröhlich oder ernst war. Aber darf man auch urteilen, dass es erfolgreich oder – im Gegenteil – nicht erfolgreich war? Von einem Misserfolg zu sprechen, würde das nicht bedeuten, die Qualität der ausgetauschten Erzählungen in Frage zu stellen? Ein persönlicher Erfahrungsbericht.

 

Text: Anne-Marie Nicole, Koordinatorin Suisse romande

Anfang Dezember 2021 hat das Musée Ariana in Genf das partizipative und Wochenende «L’art pour tous, tous pour l’art» organisiert. Es stand ganz im Zeichen der Inklusion und der Vielfalt der Teilnehmenden. Das angebotene Kulturprogramm sollte die Pluralität der Sichtweisen fördern. In diesem Rahmen wurden zwei Erzählcafés angeboten. Bereits in der Vergangenheit fanden auf Initiative der Kulturvermittlerin Sabine Erzählcafés im Museum statt. Das Musée Ariana hat dem Publikum die Museumsräume und einen Rahmen für Gespräche zur Verfügung gestellt.

«Es stellte sich plötzlich Enttäuschung ein»

Dieses Mal ging es am Erzählcafé ums Thema «Plaisirs et déplaisirs». Es bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, von kleinen Freuden zu erzählen, die für sie das Leben ausmachen und die sie wie Prousts Madeleine in die Gerüche und Gefühle ihrer Kindheit zurückversetzen. Und da dieses Wochenende dazu gedacht war, die Wahrnehmungsfähigkeiten zu trainieren, sollte das Thema auch dazu einladen, von sensorischen Erinnerungen und Erfahrungen zu erzählen: sinnliche Genüsse und Verdrüsse, Mögen und Nichtmögen, gute und schlechte Gerüche, Sehsinn und Hörsinn, die Freude bereiten können, manchen Menschen aber verwehrt sind.

Nach dem ersten Erzählcafé am Samstag, an dem etwa ein Dutzend Personen mit und ohne Beeinträchtigung teilgenommen hatten, stellte sich bei uns Moderatorinnen und Vermittlerinnen Enttäuschung ein. Wir hatten das Gefühl, dass die Veranstaltung etwas zusammenhanglos und bruchstückhaft war. Wir hatten noch die vorherigen, reichen und bewegenden Erzählcafés in Erinnerung, an denen die einzelnen Geschichten ganz natürlich ineinander übergingen und von den Teilnehmenden aufgegriffen wurden. In diesem Fall jedoch waren wir enttäuscht, und dies trotz einiger reicher Geschichten und der Übersetzung in Gebärdensprache. Was hat da nicht richtig funktioniert?

Was lief schief?

Wir haben dann zusammen versucht, die Ursachen zu identifizieren. Schnell waren wir uns einig, dass diese einerseits bei den externen Bedingungen und andererseits bei der Vorbereitung des Erzählcafés zu suchen sind. Hier die Erkenntnisse:

  • Das Umfeld. Bei der Organisation des Erzählcafés mussten wir die COVID-19-Schutzmassnahmen berücksichtigen. Aus diesem Grund wurde der grosse Raum gut gelüftet, weswegen es allerdings relativ kühl war und die Teilnehmenden ihre Mäntel nicht auszogen. Die Stühle wurden kreisförmig mit grossem Abstand angeordnet, wodurch sich keine vertraute, gemütliche Atmosphäre einstellen konnte. Durch das Tragen der Maske war es teilweise schwierig, die Erzählungen zu verstehen. Das Zuhören und die Aufmerksamkeit wurden durch Geräusche anderer Aktivitäten im Museum gestört, ebenso wie durch das Kommen und Gehen im Raum selbst; denn manche Personen kamen zu spät und wussten deshalb nicht über den Ablauf und die Verhaltensregeln eines Erzählcafés Bescheid. Aufgrund der Schutzmassnahmen mussten wir zudem auf den informellen «Café»-Teil verzichten, der jedoch für das Knüpfen von Beziehungen wichtig ist.
  • Die Vorbereitung. Nachdem ich darüber nachgedacht habe, muss ich gestehen, dass ich den Kontext, in dem die beiden Erzählcafés stattfanden, aus den Augen verloren habe. Anstatt den Fokus auf die sensorischen Erfahrungen zu legen, die die Teilnehmenden während des Tages im Museum gemacht hatten, und sie mit vergangenen Erinnerungen und Ereignissen in Verbindung zu bringen, habe ich das Thema «Plaisirs et déplaisirs» zu breit behandelt. Dies erklärt gewiss den mitunter zusammenhanglosen Ablauf und zweifellos auch den Frust mancher Personen darüber, dass sie ihre Entdeckungen und Eindrücke vom Tag selbst nicht teilen konnten.
  • Die Gruppe. Die Zielgruppe war sehr breit: Personen mit körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung, ihre Angehörigen und Begleitpersonen. Rückblickend denke ich, dass ich bzw. wir stärker an der integrativen Dimension des Erzählcafés hätten arbeiten sollen, zum Beispiel durch das Einbeziehen einer Person mit Beeinträchtigung bei der Moderation des Erzählcafés.

Aus Fehlern gelernt

Für das zweite Erzählcafé haben wir Anpassungen – hauptsächlich logistischer Art – vorgenommen. So haben wir zum Beispiel die Tür zum Raum geschlossen, sobald wir begonnen haben. Später haben wir auch über die Vorbereitung des Themas und den Umgang mit der Vielfalt der Teilnehmenden nachgedacht. Die Moderatorinnen und Vermittlerinnen hatten sich bereits im Vorfeld ausgetauscht und sich Gedanken gemacht.

Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass jedes Erzählcafé einzigartig ist, seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Dynamik und seine eigene Atmosphäre hat. Mir wurde klar, dass es nicht nur wichtig ist, einen gemütlichen, geselligen und sicheren Ort zu wählen, sondern auch, dass eine gute Vorbereitung essenziell ist: Man sollte sich die Zeit nehmen, über das gewählte Thema nachzudenken, zunächst in Bezug auf sich selbst, aber auch in Bezug auf das erwartete Publikum. So kommt das Gespräch besser in Gang und fliesst wie von alleine.

 

Zum erfolgreichen Erzählcafé

Erzählungen können nicht beurteilt oder bewertet werden. Sie sind weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch. Sie sind ganz einfach Erzählungen. Die Ursachen für ein «misslungenes» Erzählcafé liegen meist bei der Vorbereitung, der Vorkenntnis, dem Empfang der Teilnehmenden oder dem Umfeld. Der praktische Leitfaden des Netzwerks Erzählcafé unterstützt Moderator*innen und Veranstalter*innen bei der Vorbereitung und Durchführung von Erzählcafés.

Marianne Wintzer ist Gründerin der Geschichtenwerkstätte, Mediatorin, Coach und Moderatorin von Erzählcafés. Sie ist überzeugt, dass sich gewaltfreie Kommunikation nirgends besser trainieren lässt als am Erzählcafé.  

 

Marianne, hat Gewalt in der Kommunikation zugenommen?

Marianne Wintzer: Konflikte gehören zum Alltag. Das war früher so, ist heute so und wird auch in Zukunft so sein. «Hatespeech» oder «Cancel Culture» sind aber leider Phänomene, die unsere Zeit prägen. Es macht mich traurig zu sehen, wie viele Menschen verlernt haben, sich zuzuhören. Man muss nicht immer auf alles eine Antwort haben oder jemanden von der eigenen Meinung überzeugen. Für mich ist das Erzählcafé eine sehr gute Trainingsmethode für mehr Verständnis und Toleranz.

Wie «trainieren» die Teilnehmenden am Erzählcafé?

In diesem vertrauensvollen Raum wird Wertschätzung, gegenseitiges Verständnis und Respekt eingefordert. Zuhören, sich in andere Menschen hineinversetzen und sich an eigene Geschichten erinnern ist intensive emotionale Arbeit an sich selbst. In Vergessenheit geratene Erlebnisse können plötzlich wieder an die Oberfläche kommen, wollen in Worte gefasst werden. Und sie können auch einen neuen Bedeutungsrahmen erhalten («so sah ich das noch nie»).

Gehen Menschen nach dem Erzählcafé verändert raus?

Das Erzählcafé hilft, eigene Denk- und Kommunikationsmuster im Dialog mit anderen Menschen zu überprüfen und zu verbessern. Es geht um: «Erzähl mal, ich höre dir zu und verstehe deine Beweggründe. Dann erzähle ich und du hörst mir zu. Wir müssen uns nicht einig sein, aber ausreden lassen und versuchen, zu verstehen.» Am Schluss im informellen Teil höre ich oft den Satz: «So sah ich das noch nie.» Nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst!

Das klingt auch nach einer Methode, um Konflikte zu bewältigen.

Ja, ein positives Gespräch ist immer friedensstiftend. Das Erzählcafé hat Parallelen zur Mediation. Bei einer Mediation sitzen sich zerstrittene Parteien gegenüber. Die Moderation stellt bei der Konflikterhellung sicher, dass es keine Diskussionen, sondern nur Rückfragen gibt. Die Parteien müssen zuhören und ihre Perspektive wechseln. Nur so können sie ihre Positionen aufweichen, eine Lösung finden, die einvernehmlich ist und diese gemeinsam erarbeitete Lösung dann mittragen.

Interview: Anina Torrado Lara

Zur Person

Marianne Wintzer aus Solothurn moderiert regelmässig Erzählcafé. Sie ist fasziniert von Lebensgeschichten und überzeugt, dass es nie zu spät ist für ein gutes Leben. Mit der Geschichtenwerkstätte coacht sie Menschen, die ihrem Leben eine neue Richtung geben wollen. Marianne Wintzer erzählt auch leidenschaftlich gerne Natur-Ton-Geschichten: auf dem Alphorn und dem Büchel.

Am 20. März 2022 ist internationaler Weltgeschichtentag (auch: World Storytelling Day) zum Thema «Lost and Found». Mit dem Aktionstag soll die Kunst des mündlichen Erzählens gefeiert werden. Klar, möchte auch das Netzwerk Erzählcafé diesen Tag nutzen, um Geschichten auszutauschen! Am 20. März 2022 sind bereits Erzählcafés geplant:

Möchten Sie selber an diesem Tag ein Erzählcafé moderieren? Tragen Sie Ihre Veranstaltung jetzt ein!

Katharina Woog ist Beraterin an der Psychologischen Beratungsstelle der Universität St.Gallen (PBS). Jeden Tag klopfen Studierende, Doktorierende und Mitarbeitende an ihre Tür. Sie benötigen Unterstützung, sei es wegen Prüfungsangst, Stress oder Mobbing. Mit dem Erzählcafé hat Woog das Gespräch über das eigene Verhältnis zu Leistung angeregt.

Text: Anina Torrado Lara
Foto: zVg

Die Psychologin Katharina Woog weiss, dass Gesundheit ganzheitlich ist und man Körper und Psyche gleichermassen Sorge tragen muss. Sie arbeitet eng mit dem Unisport zusammen. Dieser bietet mit einem breiten Sportangebot einen Ausgleich zur kopflastigen Arbeit.

Im Oktober 2021 boten die PBS und Unisport anlässlich der HSG Gesundheitstage 2021 Einblicke in neue Sportarten, Entspannungstechniken und Methoden zur Gesundheitsprävention. Neben Meditationstechniken oder gesunder Ernährung gab es die traditionelle Thai-Yoga-Massage oder ein Eisbad auszuprobieren.

Das Ziel der HSG Gesundheitstage 2021 war es, Leistung neu zu denken («Rethinking performance»). Es geht laut Woog nicht darum, wer besser oder schneller ist, sondern, dass man sich Sorge trage und sich nicht überfordere. «Wir erklären das so: Das Berufsleben ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Wer mit zu viel Tempo startet, wird auf halber Strecke schlapp machen.»

Erzählcafé als neue Erfahrung

Katharina Woog suchte auch nach Methoden, um den Dialog über die eigene Gesundheit anzuregen und zu reflektieren. Sie stiess auf das Erzählcafé und wusste gleich, dass sie es mit Studierenden und Mitarbeitenden ausprobieren wollte. Sie fand einen passenden Raum, schrieb Interessierte an und engagierte Rhea Braunwalder vom Netzwerk Erzählcafé Schweiz als Moderatorin. Diese erzählt: «Das Erzählcafé hat die Teilnehmenden überzeugt. Es brauchte jedoch auch Zeit, um das Vertrauen für ein offenes Gespräch unter Fremden zu etablieren. Der Sprung über den eigenen Schatten und die Öffnung haben das Erzählcafé zu einem besonderen Erlebnis gemacht.»

Alternative zur Selbstoptimierung

«Unsere Gesellschaft verleitet uns dazu, sich selbst und die eigenen Leistungen stets zu optimieren. Mit dem Streben nach schneller, weiter und höher können körperliche und psychische Ermüdungserscheinungen einhergehen. Das hindert uns an einer nachhaltigen und gesunden Leistungsfähigkeit», erklärt Katharina Woog. Die Gespräche am Erzählcafé hätten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeregt, ihr persönliches Leistungskonzept zu überdenken und dafür zu sorgen, einen Ausgleich zwischen Arbeit, Studium und Freizeit zu schaffen.

Zur Person

Katharina Woog ist psychologische Beraterin an der Psychologischen Beratungsstelle der Universität St.Gallen (PBS). Nach dem Studium der Psychologie und der Sozialwissenschaften in Giessen bildete sie sich zur Systemischen Therapeutin aus. Sie begleitet Menschen, sich beruflich zu orientieren und bietet Unterstützung in beruflichen oder privaten Belastungssituationen.

Die Erzählcafé-Moderatorin Lilian Fankhauser liebt Geschichten aus dem Leben. Sie hat mit sechs Studienkolleginnen den Verein zur Förderung lebensgeschichtlichen Erzählens gegründet. Sie sagt, wie man schüchterne Menschen aus der Reserve lockt, und warum es glücklich macht, Erinnerungen zu teilen.

 

Interview: Anina Torrado Lara
Foto: zVg

Wie kamen Sie zum lebensgeschichtlichen Erzählen?

Lilian Fankhauser: Der CAS «Lebenserzählungen und Lebensgeschichten» an der Universität Fribourg hat mich auf diesen Weg geführt. In diesem fantastischen Lehrgang habe ich gelernt, wie man anderen Menschen Erzählraum zur Verfügung stellt und sie ermuntert, ihre Erinnerungen zu teilen. Sechs Alumnae und ich haben danach den Verein zur Förderung des lebensgeschichtlichen Erzählens gegründet, um uns zu vernetzen und im Austausch zu bleiben.

Wie ermuntern Sie schüchterne Menschen, ihre Erlebnisse zu teilen?

Es gibt Moderationstechniken. Wie im Journalismus kann man die Fragen etwas anders als gewohnt formulieren. Ich frage zum Beispiel nicht, welche Länder eine Person bereist hat, sondern: Wie hast du dich gefühlt, als du zum ersten Mal im Ausland warst? Wer war dabei? Es geht nicht um die Reiseroute, sondern um Gefühle, Erlebnisse, das Emotionale.

In unserer leistungsorientierten Gesellschaft sicher keine leichte Aufgabe.

Das stimmt. Eingefahrene Erzählmuster müssen durchbrochen werden. Viele sind sich gewohnt, ihren Karriere-Lebenslauf zu erzählen. Beim lebensgeschichtlichen Erzählen geht es aber um viel mehr: um Emotionen und Erfahrungen, die wir im Leben gesammelt haben. Wir brauchen das Erinnern, um Dinge einzuordnen, die wir hören, sehen oder tun.

In welcher Form kann lebensgeschichtliches Erzählen stattfinden?

Es gibt neben dem Erzählcafé sehr viele Variationen. Eine Theaterregisseurin hat beispielsweise mit der Brauerei Cardinal ein Stück inszeniert, als diese schliessen musste. Die Mitarbeitenden haben ihre Gefühle nachgespielt und so den Abschied verarbeitet. Christian Hanser hat einen alten Schäferwagen zu einer Schatzkiste voller Holzspielzeuge aus der Kindheit umgebaut. Wer will, kann zum Spielen kommen und in Erinnerungen schwelgen. Eine Filmerin arbeitet mit dementen Menschen im Altersheim. Das Playback-Theater Tumoristen in Berlin hilft Menschen, die an einem Tumor leiden, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen. Alle diese Formen des Erzählens und Erinnerns sind sehr wohltuend.

Was löst das Erzählen im Innersten aus?

Das Erzählen stellt Nähe und Respekt zwischen Menschen her. Zum Beispiel am Erzählcafé: Die Teilnehmenden verbringen ihre Zeit mit anderen, können ihre Gedanken ordnen und es geniessen, wie aus einzelnen Erinnerungen ein Erzählstrang entsteht. Nach einem Erzählcafé bin ich zwei Tage lang glücklich, denn ich habe so schöne Geschichten von Leuten erfahren, die ich vorher nicht kannte.

Schreiben Sie Geschichten auch auf?

Ja, ich habe beispielsweise die Biografie meiner Schwiegermutter aufgeschrieben. Wir haben die gemeinsame Zeit des Erzählens und Zuhörens sehr genossen. Herausgekommen ist ein kleines Buch, das ich ihr geschenkt habe. Das mündliche Erzählen gefällt mir aber nach wie vor am besten, denn es hat eine gewisse Leichtigkeit. Man muss nicht immer alles schriftlich festhalten. Diese Leichtigkeit des Mündlichen zieht gerade Frauen stark an.

A propos: Warum kommen mehr Frauen an Erzählcafés als Männer?

Diese Beobachtung habe ich als Moderatorin auch gemacht. Ich denke, dass Frauen sich in einem Raum wohlfühlen, in dem es nicht darum geht, sich zu profilieren. Sie schätzen es, dass es beim Erzählcafé ums Gemeinsame, um ein Thema geht und nicht darum, welche Geschichte am interessantesten ist.

Was sind die Ziele des neu gegründeten Vereins zur Förderung lebensgeschichtlichen Erzählens?

Wir Gründungsmitglieder haben festgestellt, dass die Methode des lebensgeschichtlichen Erzählens in der Gesellschaft viel zu wenig bekannt ist – und dass der Wert des Zuhörens im Alltag sehr oft unterschätzt wird. Das möchten wir ändern – und möglichst viele lebensgeschichtliche Projekte unterstützen und sichtbar machen. Wir organisieren deshalb zahlreiche Veranstaltungen, so zum Beispiel ein Thementreffen am 19. März 2022 zur Erarbeitung einer Biografie im Zwiegespräch: Lebensgeschichten von «öffentlichen Personen».

Zur Person

Lilian Fankhauser ist Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Bern. Sie engagiert sich nebenberuflich als Moderatorin im Netzwerk Erzählcafé Schweiz und leitet Workshops zu den theoretischen Grundlagen und Methoden lebensgeschichtlichen Erzählens.

Nach dem Nachdiplomstudium «Lebenserzählungen und Lebensgeschichten» an der Universität Fribourg hat sie zusammen mit anderen Alumnae den Verein zur Förderung lebensgeschichtlichen Erzählens gegründet. Auf der Webseite publizieren sie Veranstaltungen, geben Tipps und vernetzen die Mitglieder. Sie beraten und coachen andere Institutionen und dokumentieren auf Wunsch das Leben einer Person.

 

Lesetipp: Heilende Wirkung von Erzählcafés
Kerstin Rödiger, Seelsorgerin am Universitätsspital Basel und langjährige Erzählcafé-Moderatorin, schreibt in einem Artikel, wie sie die Methode des Erzählcafés im Spital einsetzt.

Silvia Avalli, Koordinatorin der Pflegetagesstätte Pro Senectute in Faido, nutzt die Erzählcafé-Methode, um den Austausch zwischen den Seniorinnen und Senioren und der lokalen Bevölkerung zu fördern. Leonard Carisi, ein Mitarbeiter der Tagesstätte, ist in die Rolle des Moderators geschlüpft. Silvia und Leonard erzählen von ihren Erfahrungen.

 

Interview: Valentina Pallucca
Foto: Symbolbild (Fotograf: Paul Grogan)

Wie kam es zum Erzählcafé?

Wir wurden angefragt, ob wir als soziale Tagesstätte der Stiftung Pro Senectute Ticino e Moesano ein Erzählcafé veranstalten möchten. Unsere Zielgruppe sind die über 65-Jährigen. So fand das Erzählcafé in einer Osteria in Faido statt, wo sich auch unsere Tagesstätte befindet. Der Moderator, Leonard Carisi, ist einer unserer Pflegemitarbeiter in der Tagesstätte.

Welches Thema haben Sie gewählt?

Wir haben das Thema «Reisen» gewählt, weil wir fanden, dass dieses Thema gerade in Zeiten wie diesen, in denen es nicht immer einfach und möglich ist zu reisen, den Menschen eine gewisse Leichtigkeit zurückgibt. Sie sollen sich an diese Momente in ihrem Leben erinnern und daraus Energie schöpfen.

Wer war am Erzählcafé dabei?

Unser Ziel war es, der lokalen Bevölkerung und den Menschen in der Tagesstätte eine Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch zu bieten. Das Erzählcafé wurde zwar von der Tagesstätte organisiert, fand aber in einem Restaurant vor Ort statt. Dahinter stand die Idee, auch jüngere Menschen und solche ansprechen, die sich noch nicht als «Senior*in» identifizieren.

Welches Fazit ziehen Sie aus dieser Veranstaltung?

Wir sehen das Erzählcafé als lockere Veranstaltung mit einem Thema, das alle Teilnehmenden anspricht und bei dem sie sich einbringen können. Die sieben Teilnehmenden berichteten alle aktiv von ihren Reiseerlebnissen. Die Gruppe hat danach gefragt, ob es weitere Erzählcafés geben wird. Diese positive Rückmeldung hat uns ermutigt, weitere Erzählcafés anzubieten. Wir wissen aber auch, dass der Aufbau einer neuen Austauschplattform dauern kann – und das vor allem in einem Tal wie bei uns in Faido.

Andreas Schmidhauser, Mitbegründer und Co-Leiter des Theater Süd in Basel, findet das Erzählcafé ein hochspannendes Format, um den Puls eines Quartiers zu spüren. So bot er eines im Rahmen der «Johanna is calling-Woche» vom 9. bis 15. August 2021 an. Was dabei herauskam, erzählt er im Interview. 

Herr Schmidhauser, wie kamen Sie auf die Idee, ein Erzählcafé zu veranstalten? 

Andreas Schmidhauser: Das Theater Süd in Basel arbeitet partizipativ mit der Bevölkerung zusammen, um Projekte im Bereich Theater, Tanz und Text zu entwickeln. Wir verstehen uns als Teil des lebendigen, diversen und sich schnell verändernden Gundeli-Quartiers. Die Quartierkoordination Gundeldingen hat uns auf das Erzählcafé aufmerksam gemacht, und wir fanden das Format hochspannend. Es bringt uns als Theaterinstitution – abseits von theatralen Formaten – mit Menschen aus dem Quartier ins Gespräch. Diese niederschwelligen Resonanzräume sind für die weitere künstlerische Arbeit des Theater Süd wichtig. Wir wollen Projekte nahe an den Lebenswelten der Bevölkerung konzipieren. Das Erzählcafé ist ein Seismograf: Es fühlt den Puls im Quartier.

Wer war am Erzählcafé beteiligt?

Für unser aktuelles Theaterprojekt «Stimmenmeer» arbeiten wir mit dem Pflegeheim MOMO und dem Chor «Singen ohne Grenzen» (Verein ASK Basel) zusammen. Wir beabsichtigten, den Puls mit ein oder zwei Erzählcafés im Pflegeheim MOMO zu spüren. Covid-19 hat das dann verhindert. Stattdessen führten wir das Erzählcafé später im Rahmen der «Johanna is calling-Woche» im Theater Süd durch.

Welches Thema wählten Sie?

Das Thema «Wendepunkte». Bei der «Johanna is calling-Woche» geht es um die historische Figur Johanna von Orléans und die Fragen: Wie haben wir unsere tiefgreifenden Entscheidungen im Leben getroffen? Welche inneren und äusseren Stimmen leiten uns und auf welche hören wir? Mit dem Erzählcafé schufen wir einen sehr persönlichen Zugang zu diesen Fragestellungen.

Wer kam ans Erzählcafé?

Geplant war ursprünglich, das Erzählcafé im Pflegeheim MOMO durchzuführen. Durch das Verschieben in die «Johanna is calling-Woche» boten wir es für ein breiteres Publikum an. Es kamen 12 Teilnehmende zwischen 25 und 70 Jahren. Ein grosser Erfolg, denn an diesem Generationen übergreifenden Erzählcafé wurden Geschichten und Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Lebensphasen ausgetauscht. Es hat mich beeindruckt, wie die Menschen sich aktiv zugehört haben.

Inspirierendes Erzählcafé

Das Theater Süd hat für sein besonderes Erzählcafé im Rahmen der «Johanna is calling-Woche» im Basler Gundeli-Quartier einen Förderimpuls erhalten. Auch Sie können sich mit Ihrer Idee weiterhin für das Förderprogramm 2021 bewerben.

Der idyllisch im St.Galler Stadtpark gelegene Frauenpavillon war am 27. August 2021 Schauplatz eines Generationen-Erzählcafés. Die Moderatorinnen Fabienne Duelli und Rhea Braunwalder sprachen mit 24 Teilnehmerinnen und einem Teilnehmer über «50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht in der Schweiz».

Fabienne Duelli, das hochaktuelle Thema lockte viele Menschen in den Frauenpavillon. 

Fabienne Duelli

Fabienne Duelli (Geschäftsstelle der Frauenzentrale Appenzellerland): Ja, es kamen 24 Frauen und ein Mann – der Partner einer Teilnehmerin. Es hat mich sehr gefreut, dass Frauen von 20 bis 70 dabei waren, darunter auch Grossmutter-Mutter-Tochter-Gespanne.

Was machte das Erzählcafé so besonders?

Wir setzten uns nach dem Fish-Bowl-Prinzip in zwei Kreise: einen inneren Kreis aus zwei Moderatorinnen und drei Gesprächsteilnehmerinnen und einen äusseren Kreis aus Gästen und Angehörigen. Im inneren Kreis erzählten wir uns über das Frau-Sein und wie sich unsere Rechte und Pflichten in den letzten 50 Jahren verändert haben. Auch der äussere Kreis wurde ins Gespräch einbezogen. Fast alle Personen haben eine persönliche Geschichte oder einen Gedanken beigetragen.

Welche Geschichte hat Sie besonders berührt?

Die Einstiegsfrage lautete: «Wie alt fühlst du dich heute?» Eine Frau meinte lachend, sie fühle sich immer alt, wenn sie ihr Alter bei Online-Anmeldungen eingeben müsse und dann mehrmals nach unten bis zu ihrem Geburtsjahr scrolle. Es war auch sehr schön zu hören, wie die Frauen erzählt haben, was sie empfunden haben, als sie das erste Mal abstimmten, oder merkten, dass sie nicht abstimmen durften.

Was hat Sie überrascht?

Dass die jüngeren Frauen kaum glauben konnten, dass eine Frau vor 50 Jahren noch das Einverständnis ihres Mannes brauchte, um einen Job anzutreten. Das Bewusstsein der jungen Frauen für den Einsatz der Frauenrechte-Pionierinnen ist heute nicht mehr oder nur sehr wenig vorhanden.

Wie können junge Frauen sich in den nächsten 50 Jahren einbringen?

Das Ziel des Erzählcafés war, Frauen darin zu bestärken, für ihre Rechte einzustehen, aber auch ihre Pflichten wahrzunehmen. Das heisst, dass auch jüngere Frauen – und junge Menschen allgemein – sich aktiv in politische Themen einmischen sollen und nicht davon ausgehen, dass jemand anderes für sie kämpft. Insofern war das Erzählcafé auch ein Augenöffner, denn es zeigte, dass es im Jahr 2021 noch immer subtile Benachteiligungen gibt, sei das auf dem Arbeitsmarkt, im Alltag oder in der Paarbeziehung.

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Gerber, Hans / Com_L15-0200-0001-0001 / CC BY-SA 4.0

Veranstaltungsreihe zu «50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht»

Das Generationen-Erzählcafé wurde vom Kath. Frauenbund SG/Appenzell sowie den beiden Frauenzentralen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden und dem Verein Ostsinn angeboten. Es fand am 27. August 2021 im Rahmen des Jubiläums zum 50-jährigen Stimm- und Wahlrecht der Schweizer Frauen (siehe auch Flyer) statt. Die Macherinnen wurden mit einem Förderimpuls als inspirierendes Erzählcafé ausgezeichnet.

Tipp: 50 – 50 – 50

Zum 50-jährigen Jubiläum des Frauenstimm- und Wahlrechts in der Schweiz haben sich 50 Fotografinnen zusammengeschlossen, um einen landesweiten Blick auf die Stellung der Frau zu werfen. 50 Fotografinnen haben ein Portrait einer Frau ihrer Wahl realisiert. Die Publikation wurde unter anderem vom Migros-Kulturprozent unterstützt.

Möchten Sie das interkulturelle Format (siehe Interview mit Johanna Kohn) einmal selbst ausprobieren? Hier finden Sie Empfehlungen für Gesprächssituation in Erzählcafés mit gehörlosen gebärdenden Personen und DSGS-Dolmetschenden. 

 

Vor dem Erzählcafé:

  • Auf gute Lichtverhältnisse achten. Gegenlicht soll vermieden werden.
  • Je nach Gruppenzusammensetzung muss auch auf Hintergrundgeräusche geachtet werden (Hörgeräte, Cochlea-Implantate).
  • Den gehörlosen Personen und den Dolmetschenden kurz Zeit und Raum geben, um die beste Sitzordnung zu finden.
  • Tische nur wenn notwendig aufstellen.
  • Abklären, ob es in der Gruppe wichtig ist, Hochdeutsch zu sprechen.
  • Um die Aufmerksamkeit einer Gruppe auf sich zu lenken (z.B. für den Start), kann man zum Beispiel den Lichtschalter mehrmals ein- und ausschalten. Wenn die Dolmetschenden bereits präsent oder im Einsatz sind, kann man auch normal «rufen». Die Dolmetschenden übernehmen dann mit einer geeigneten Methode.

Während des Erzählcafés:

  • Es sollen nicht speziell lange Pausen für die Dolmetschenden gemacht werden. Wenn es zu schnell geht, werden die Dolmetschenden das Gespräch unterbrechen und um Wiederholung bitten.
  • Während des Gesprächs unbedingt Blickkontakt mit den Adressierten halten, nicht mit den Dolmetschenden.
  • Die Gebärdensprach-Dolmetschenden werden nicht aktiv ins Gespräch miteinbezogen. Das heisst, es sollen ihnen keine Fragen gestellt werden (ausser sie haben direkt mit der Dolmetschsituation zu tun).
  • Durch das Dolmetschen haben die gebärdensprachlich kommunizierenden Personen eine kleine Verzögerung. Eine typische Situation in gemischten gedolmetschten Gruppen ist: Eine Frage wird lautsprachlich gestellt. Wenn diese Frage dem Ende zugeht, melden sich bereits erste hörende Teilnehmende mit einer Antwort. Zur selben Zeit ist aber die Frage in der Gebärdensprache noch nicht fertig übersetzt. Die gehörlosen Personen sind also im Nachteil und die hörenden Personen kommen ihnen zuvor. In gemischten Gruppen entsteht so das Risiko, dass gehörlose Personen nicht zu Wort kommen. Vergeben Sie das «Recht zu sprechen», damit alle zu Wort kommen. Bevor Antworten auf eine Frage kommen, muss die Frage in Gebärdensprache fertig übersetzt worden sein.
  • Die Gehörlosenkultur zeichnet sich dadurch aus, dass viele Personen gleichzeitig kommunizieren. Es wäre möglich, dass die Gehörlosen die Organisation des Erzählcafés im Sinne von aufeinanderfolgenden Erzählungen (Monologen) unpassend finden und eher Diskussion oder Rückmeldungen suchen. Es sollten vorab Strategien definiert werden, wie die Moderierenden damit umgehen.

Den ausführlichen Leitfaden finden Sie hier.

Johanna Kohn, Professorin für Alter, Biographiearbeit und Migration an der FHNW, lancierte zusammen mit Simone Girard-Groeber, Forscherin im Gehörlosenbereich an der FHNW, ein besonderes Projekt: Sie luden hörende und gehörlose Menschen zum Erzählcafé ein. Johanna Kohn erzählt über diese interkulturelle Begegnung.

 

Interview: Anina Torrado Lara

Wie kamen Sie auf die Idee, Erzählcafés zu veranstalten, bei denen das «Einander Zuhören» eine Herausforderung darstellt?

Johanna Kohn

Johanna Kohn: Die Idee kam von Simone Girard-Groeber. Sie wollte die interkulturelle Begegnung zwischen Hörenden und Gehörlosen ermöglichen und herausfinden, was da im Gespräch passiert. Zuhören und Erzählen konnten wir dank zwei Gebärdensprach-Dolmetscherinnen. Es war ähnlich anspruchsvoll, wie wenn Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache und Kultur zusammenkommen.

Inwiefern war die Begegnung zwischen Gehörlosen und Hörenden «interkulturell»?

Die Begegnungen waren in mehrfachem Sinne interkulturell: In jeder Kultur teilen wir gemeinsame Sprachen, gewisse Gewohnheiten, Regeln, Verhalten, Rituale und Geschichten. Hörende und Gehörlose in der Schweiz leben in der gleichen Umgebung, unterscheiden sich aber in Sprache, Geschichte, Umgang, Bedürfnissen. Gehörlose Menschen sind zudem in sich «bi-kulturell»: Sie sind Teil der hörenden Kultur einerseits, nutzen aber andererseits auch ihre Gebärdensprache und fühlen sich der Gehörlosenkultur angehörig.

Was prägt die Kultur von gehörlosen Menschen in der Schweiz?

Ein Einblick in die Geschichte der Gehörlosen in der Schweiz macht das verständlich: Viele der älteren Gehörlosen wurden früh vom Elternhaus getrennt und wuchsen in den wenigen Internaten für Gehörlose in der Schweiz auf. Dort war die Gebärdensprache vielfach verboten und sie wurden für das Gebärden bestraft. Unter grosser Anstrengung mussten sie lernen, Laute zu artikulieren und von den Lippen zu lesen. Untereinander haben sie sich oft nur versteckt in Gebärdensprache austauschen können. Das prägt. Hörende in der Schweiz teilen diese Geschichte nicht, sie haben vielfältige andere Erfahrungen. Während für die Gehörlosen als Minderheit das bi-kulturelle Leben der Alltag ist, war es für die Hörenden am Erzählcafé eher neu, Minderheit in einer gehörlosen Kultur zu sein.

Besteht heutzutage mehr Chancengleichheit für Gehörlose?

Es wurde schon einiges getan. Zum Beispiel werden mehr Informationen in Gebärdensprache übersetzt. Aber gerade im Bildungsbereich bestehen noch enorme Ungleichheiten. Das zeigt sich dann auch in der Berufswahl. Am Erzählcafé haben wir über dieses Thema gesprochen. Viele Gehörlose sagen, dass sie sich in einem ständigen «Kampf ums Sichtbarwerden» befinden. Es fängt schon bei der Berufswahl an: da sind auf den ersten Blick ganz viele Tätigkeiten «unmöglich».

Sind Hörende hilflos im Umgang mit Gehörlosen?

«Hilflos» möchte ich nicht sagen, aber vielleicht erst einmal «sprachlos» und «fremd» in einer fremden Kultur. Kontakt entsteht vielleicht, aber nur sehr oberflächlich. Vertiefte Gespräche sind möglich, wenn Hörende sehr kompetent in Gebärdensprache sind, oder Dolmetschende dabei sind. Das hat uns auch das Erzählcafé gezeigt: Es brauchte eine gute Vorbereitung, damit der interkulturelle Austausch für alle möglich und ein bereicherndes Erlebnis ist.

Können Sie uns einen ersten Einblick in Ihre Erkenntnisse geben?

Ich möchte noch nicht viel vorwegnehmen, aber die Erzählcafés haben bei allen Beteiligten Lust auf mehr geweckt. Sie haben den Hörenden Mut gemacht, sich darauf einzulassen, erst einmal nichts zu verstehen – und dann aber ganz viel zu erleben. Und sie haben den Gehörlosen den Raum gegeben, ihre Erfahrungen und ihre Welt «laut» sichtbar zu machen. Die Ergebnisse und der Leitfaden zur Durchführung von «Erzählcafés Inklusiv» mit Hörenden und Gehörlosen ist hier online.

 

Die Erzählcafé-Reihe mit Gehörlosen und Hörenden

Die Erzählcafé-Reihe wurde 2020 vom Netzwerk Erzählcafé mit dem Schweizerischen Gehörlosenbund, der Max-Bircher-Stiftung und dem Verein Sichtbar Gehörlose in Zürich veranstaltet. Mit dabei waren neben Johanna Kohn und Simone Girard-Groeber auch zwei Dolmetscherinnen sowie hörende und gehörlose Gäste und Moderierende. Aus den Erkenntnissen der Erzählcafés und Interviews mit Beteiligten enstand 2021 ein Bericht über die Kommunikation in interkulturellen Erzählcafés und ein Leitfaden mit Tipps.