Immer wieder erreichen uns Feedbacks der Teilnehmenden. Wir haben uns umgehört und Stimmen gesammelt. Haben Sie am Erzählcafé eine spannende Erfahrung gemacht? Schreiben Sie uns!

«Ich kann mich erinnern, dass ich beim Erzählcafé dabei war. Ich fand es schön. Du hockst dort, eine halbe Stunde, eine Stunde, und hast teil am Leben von Menschen, die du nicht kennst. Du erfährst ein Bruchstück ihres Lebens, ihrer Geschichte. Du hörst zu, erzählst von dir, und das gefallt mir! Ein unbekümmerter, freier Austausch. Nur so lernt man Leute kennen, wenn man miteinander redet. Und so sieht man sie auch von einer anderen Perspektive. Darum finde ich das Erzählcafé eine coole Sache!»

Alessandro Capasso, Primarschullehrer aus Berg SG, nahm im Solihaus an einem Erzählcafé zum Thema Abschied teil.

Die 20-jährige Aline war zum ersten Mal an einem Erzählcafé. Sie spricht über die Verbundenheit mit zuvor fremden Menschen, der Offenheit gegenüber Neuem und dem Generationen übergreifenden Dialog.

 

Wie hast du das Erzählcafé erlebt?

Aline: Ich war extrem positiv überrascht, dass alle am Tisch so aus sich herauskamen. Es war für mich auch sehr schön, mal in Kontakt mit verschiedenen Altersgruppen gleichzeitig zu kommen und deren Sicht auf ein doch eher banales Thema wie «Sonntagsausflüge mit Freunden» zu bekommen.

Mit welchem Gefühl bist du nach Hause gegangen?

Ich hatte am Schluss das Gefühl, ich sei seit einer Woche jeden Tag in diesem Kaffee mit diesen Personen gewesen – als ob ich alle schon ewig kenne. Ich ging mit einem sehr positiven und glücklichen Gefühl nach Hause.

Wie würdest du das Erzählcafé einer Freundin oder einem Freund schmackhaft machen?

Ich würde ihnen erzählen, dass es ein besonderes Erlebnis ist. Vielleicht etwas speziell zu Beginn, weil man niemanden kennt. Doch anschliessend, wenn sich alle öffnen, ist es wunderbar! Ich denke, man muss es einfach einmal erlebt haben. Es kommt natürlich darauf an, wie offen man gegenüber neuen Situationen und Menschen ist.

Zur Person

Aline studiert Betriebswirtschaftslehre mit einem Zusatzstudium in Wirtschaftspädagogik. Sie arbeitet neben dem Studium bei einem Stellenvermittlungsbüro und gibt im Unisport an der Universität St.Gallen HSG Sportstunden. Die 20-Jährige wohnt in St.Gallen und Luzern.

Ayub ist im Iran geboren und aufgewachsen. Er nimmt regelmässig an Erzählcafés im Solihaus teil (Foto: Anna-Tina Eberhard).

Ayub ist 27 Jahre alt. Der junge Plattenleger ist im Iran aufgewachsen und wohnt seit drei Jahren in der Schweiz. Im Interview sagt er, was ihn am Erzählcafé fasziniert.

 

Ayub, wie kamst du aufs Erzählcafé?

Ayub: Ich fahre oft nach St.Gallen, um mich mit anderen Menschen im Solihaus auszutauschen. Dort habe ich auch das Erzählcafé kennengelernt.

Wie hast du das Format erlebt?

Mir gefällt es sehr gut, denn ich treffe jedes Mal neue Leute. Diese stammen aus verschiedenen Ländern und haben spannende Geschichten aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. Ausserdem kann ich dabei meine Deutschkenntnisse verbessern.

Was gefällt dir besonders gut?

Dass die Leute am Erzählcafé mich immer zum Lachen bringen. Die Geschichten, die wir uns erzählen, sind meistens sehr lustig. Mit anderen Menschen zu lachen ist etwas sehr Wertvolles im Alltag.

Haben Sie eine spannende Geschichte, die Sie anderen erzählen möchten? Schreiben Sie uns.

Das Herausgeberteam Johanna Kohn, Gert Dressel und Jessica Schnelle (siehe Hintergründe und Autor*innen) hat zu einem partizipativen Reflexions- und Feedbackworkshop eingeladen. Vom 12.- 13. Januar besprachen 20 Personen während 1.5 Tagen die ersten 15 Texte für die Publikation. Dabei wurden viel Lob, aber auch Wünsche und Anregungen an die Autorinnen und Autoren gerichtet.

Im nächsten Schritt wird die Struktur der sehr vielfältigen Publikation festgelegt. Eine zweite Runde zur Beurteilung von Texten findet am 31. Mai 2021 statt (Redaktionsschluss).

Marianne Wintzer führt schon seit längerem Erzählcafés im Alterszentrum Wengistein in Solothurn durch. Mit dabei waren jeweils stationäre Bewohnerinnen und Bewohner sowie Tagesgäste. Mit dem Lockdown kam alles anders.

Der Lockdown im Frühling 2020 war für Marianne Wintzer, stellvertretende Stationsleiterin, ein Schock: «Das Alterszentrum war vom 13. März bis 23. Juni 2020 komplett geschlossen. Wir mussten unsere sehr offene Institution mit Zentrumsfunktion, starkem Einbezug der Angehörigen, vielen freiwilligen Mitarbeitenden, internen und externen Anlässen, viel Besuch und einem florierenden Restaurant von einem Tag auf den anderen schliessen.»

Es stand in den Sternen, ob Menschen noch zusammen am Tisch sitzen dürfen. «Die Erzählcafés waren immer sehr beliebte und lebendige Veranstaltungen», erzählt Marianne Wintzer. Bei der Planung achtete stets auf die aktuelle Stimmung und Situation und wählte ein passendes Thema, zum Beispiel Wohlfühloasen oder Muttertag. «Der Austausch zwischen Menschen, die im Alterszentrum wohnen, und den Tagesgästen war immer sehr schön und hat für Abwechslung im Alltag gesorgt. Plötzlich sollte das nicht mehr möglich sein», erinnert sie sich.

Austausch auch im Lockdown

Die Moderatorin wollte den Kopf aber nicht in den Sand stecken und entschied sich, mit der nötigen Vorsicht weiterzumachen. Sie organisierte Erzählcafés unter strengen Hygienebedingungen und in kleinen Gruppen. «Ich konnte die positiven und negativen Stimmungen gut auffangen», erzählt Wintzer. Sie stimmte die Bewohnerinnen und Bewohner mit einer farbig gestalteten Pinwand auf die Erzählcafés ein und gestaltete die Erzählcafés nach dem gleichen Ablauf: auf den Rückblick folgte ein Ausblick. Von den 90 meist hochbetagten Bewohnenden lud sie 46 ein, 27 sind der Einladung schliesslich gefolgt.

Auf der Pinwand sind Fotos aus dem Lockdown zu sehen. Sie zeigen gemeinsame Erinnerungen und stimmen die Teilnehmenden aufs Erzählcafé ein.

Rechenschaftsbericht nimmt Erzählungen auf

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien laut Wintzer informiert gewesen, dass an den Erzählcafés auch der Lockdown zur Sprache komme und das Gesagte ausgewertet werde. «Die Stationsleitung wollte von den direkt Betroffenen hören, wie sie den Lockdown erleben und was wir kollektiv daraus lernen können», sagt Marianne Wintzer. «Das Wohl unserer Bewohnerinnen und Bewohner steht im Mittelpunkt.»

Die Erlebnisse und Wahrnehmungen, die sich die Menschen erzählten, wurden von der Zentrumsleitung ausgewertet und flossen in den Rechenschaftsbericht ein. Dieser erzählt von Traurigkeit, Dankbarkeit dem Personal gegenüber, Skepsis gegenüber der Gefährlichkeit der Situation, aber auch von der Freude an den Blumen oder dass «der Buchhalter endlich wieder herkommen kann, um wichtige Dinge zu erledigen.» Wintzer erzählt: «Ich war sehr beeindruckt ob der Fülle und Intensität der Aussagen. Alle Bewohnenden mussten während des Lockdowns eine unglaubliche Anpassungsleistung vollbringen. Diese wurde in den Erzählcafés wertgeschätzt, anerkannt und angesprochen.»

Mit dieser innovativen Idee hat Marianne Wintzer vom Netzwerk Erzählcafé einen Förderbeitrag von 500 Franken erhalten.

Über Marianne Wintzer

Seit 30 Jahren wirkt Marianne Wintzer im Sozial- und Gesundheitswesen mit und für Menschen. Sie ist stellvertretende Zentrumsleiterin im Alterszentrum Wengistein sowie Bereichsleiterin Tageszentrum und Ferienaufenthalt. Mit ihrer «Geschichtenwerkstätte» widmet sie sich zudem dem Erzählen, Zuhören und Bearbeiten von Lebensgeschichten. Beim Erzählcafé engagiert sie sich als aktive Moderatorin.

www.geschwe.com

 

 

Johanna Schlegel-Probst hat sich für ihre Erzählcafé-Reihe im Mai/Juni 2021 ein besonderes Thema überlegt: «Gender» (Geschlecht). Mit dem diesjährigen Jubiläum «50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz» ist das Thema aktueller denn je.

 

Die erfahrene Erzählcafé-Moderatorin Johanna Schlegel-Probst plant drei Erzählcafés zu diesen Themen:

  • Frauenberufe und Männerberufe – war das einmal?
  • Bücher und Spielsachen für Mädchen und Buben – früher und heute
  • Weibliche vs. männliche Körpersprache und Kleidung oder «wie fühle ich mich wohl in meiner Haut?»

«Zu diesen Themen hat jede und jeder etwas zu erzählen», sagt Johanna Schlegel-Probst. «Es ist wichtig, dass die Menschen ihre Sicht auf gesellschaftliche Themen wie ‘Geschlecht’ reflektieren und andere Perspektiven kennenlernen.» Schlegel-Probst ist überzeugt, dass die Menschen sich dadurch selber neu erfahren und lernen, dass jedes einzelne Individuum wichtig für eine bewusstere und lebenswerte Zukunft ist – unabhängig von Geschlecht, kulturellem Hintergrund, Ausbildung oder sozialem Status.

Leben, die anders als geplant verlaufen sind

Die Moderatorin aus Burgdorf BE spricht breite Teile der Bevölkerung an: per Mail, Postkarten, Flyer und Facebook. Jüngere und ältere Menschen, Frauen und Männer sollen miteinander am Tisch sitzen und beim Geschichtenerzählen die belebende Vielfalt erfahren. «Es tut gut, das eigene Verhalten zu spiegeln und zu hinterfragen. Das gelingt ganz hervorragend, indem wir uns Lebensgeschichten erzählen, die vielleicht nicht immer so verlaufen sind wie geplant», so Schlegel-Probst.

Die Erzählcafés werden im Gewölbekeller an der Grabenstrasse 6 in Burgdorf stattfinden – sofern es die aktuelle Lage zulässt. Auch für die nächsten Jahre hat die Moderatorin Themen auf Lager, die an den monatlichen Erzählcafés zur Sprache kommen: Umwelt und Klimaerwärmung, Kindererziehung, Rassismus, Mobilität und Einkaufsverhalten. Themen, die uns alle etwas angehen. Mit dem besonderen Fokus auf ein gesellschaftlich relevantes Jahresthemen hat Johanna Schlegel-Probst vom Netzwerk Erzählcafé einen Impuls von 500 Franken für ihre Erzählcafés erhalten.

Über Johanna Schlegel-Probst

Johanna Schlegel-Probst aus Burgdorf BE hat viel Erfahrung mit Erzählcafés. Monatlich lädt sie in den Gewölbekeller an der Grabenstrasse 6 in Burgdorf ein. Informationen finden Sie auf der Facebook-Seite der Burgdorfer Erzählcafés.

In der Kampagne #unbeschränkt erzählen Menschen mit einer Beeinträchtigung aus ihrem Leben. Die Idee, ungehörte Geschichten in die Öffentlichkeit zu tragen, stammt von Luca Lo Faso vom Schlossgarten Riggisberg. Wir fragen ihn, was die Kampagne in den Köpfen bewegt und wie er mit dem Netzwerk Erzählcafé zusammenspannt. 

Interview: Rhea Braunwalder / Anina Torrado Lara, Fotos: zVg

Was ist das Ziel der neuen Kampagne #unbeschränkt?

Luca Lo Faso: Wir möchten ungehörte Geschichten erzählen und damit Mut machen. Mut, Vorurteile gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Auch will die Kampagne Gleichgesinnte verbinden und eine Bewegung auslösen. Die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung – und überhaupt die gesellschaftliche Vielfalt – soll als Bereicherung und nicht als Bürde erlebt werden.

Wie haben Sie Menschen gefunden, die bereit sind, ihre Geschichte zu erzählen?

Unsere Erfahrung ist, dass Menschen grundsätzlich gerne ihre Geschichte erzählen. Insbesondere dann, wenn es ermutigende Erfolgsgeschichten sind. Allerdings ist es etwas anderes, eine Geschichte «nur» zu erzählen und sie zu veröffentlichen. Dieser Schritt braucht Mut, gerade in der undurchsichtigen und unberechenbaren Welt der sozialen Medien. Die ersten Geschichten stammten aus dem Schlossgarten. Danach haben wir andere Institutionen angefragt. Mit der Zeit haben sich dann auch Betroffene oder deren Angehörige an uns gewendet.

Warum setzen Sie auf «Storytelling»?

Fachverbände und Interessenvertretende schaffen eine grosse Sensibilität für die Themen «gesellschaftliche Inklusion» und «gleiche Rechte für Menschen mit Beeinträchtigungen». Wir sind aber überzeugt, dass es schwierig ist, andere als Fach- und Betroffenenkreise mit diesen Forderungen zu erreichen. Geschichten wirken viel stärker als ein Appell ans Pflichtgefühl. Inklusion und Teilhabe sollen wohltuende Bereicherungen und wertvolle Errungenschaften sein.

Wie fördern Sie mit dieser Strategie die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen?

Geschichten schaffen Emotionen und Verbindungen zwischen den Menschen. Sie machen betroffen, fördern den Gemeinschaftssinn und damit hoffentlich auch das gesellschaftliche Zusammenleben. Die Beispiele relativeren das Bild einer beeinträchtigten Person und zeigen, dass die Einschränkung nur ein Aspekt ist. Bei uns wohnt beispielsweise seit Jahren eine Konzertpianistin. Wenn man die kultivierte und belesene Frau in klaren Momenten erlebt und sie Klavier spielen hört, kann man sich gut vorstellen, wie sie einst auf der ganzen Welt die Bühne eroberte.

Welche Barrieren bestehen in den Köpfen?

Viele Ängste und Unwissenheit. Kürzlich sagte mir ein Mann, er wohne jetzt schon 40 Jahre in der Gegend, sei aber noch nie im Schlossgarten gewesen. Diejenigen, die «es wagen», sind in der Regel begeistert. Wir haben bei uns ein Bed & Breakfast, einen Eggladen mit Produkten aus unserem Betrieb, ein Restaurant und ein Seminarzentrum. Viele Touristen im B&B staunen, wo sie gelandet sind (lacht). Echte Inklusion ist erst dann möglich, wenn die Diversität als Bereicherung empfunden wird und Begegnungen entstehen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Wir wollen näher an die Arbeitswelt ran und das Potenzial von Menschen mit Beeinträchtigungen nutzen. Gerade die Mitarbeit im ersten Arbeitsmarkt stellt einen grossen Schritt in der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dar. Betriebe, die auch Menschen mit Beeinträchtigungen beschäftigen, erfahren in der Regel, wie bereichernd dieses Engagement für alle Beteiligten ist.

Wie können Interessierte zur Kampagne beitragen?

Auf der Plattform www.unbeschänkt.ch publizieren wir Geschichten. Interessierte Personen und Institutionen helfen uns, wenn sie die Geschichten mit dem Hashtag #unbeschränkt auf ihren sozialen Medien teilen. Darüber hinaus freuen wir uns sehr, wenn sie eigene Beiträge verfassen. Wer dies wünscht, kann unser Partnerlabel «WIR SIND UNBESCHRÄNKT» als sichtbares Zeichen für das Engagement einsetzen.

Luca Lo Faso
Luca Lo Faso ist Mitglied der Geschäftsleitung des Schlossgarten Riggisberg. Er hat die Kampagne #unbeschränkt entwickelt.

Geschichten im Zentrum

Das Netzwerk Erzählcafé unterstützt die Kampagne #unbeschränkt. Der Schlossgarten Riggisberg wiederum ist Partner bei den Erzählcafé-Tagen 2021 vom 11.-13. Juni 2021. An beiden Tagen werden im Schlossgarten Erzählcafés stattfinden. Die beiden Institutionen sind dadurch verbunden, dass sie Lebensgeschichten in den Vordergrund stellen.

www.schlogari.ch

Am Wochenende vom 11.-13. Juni 2021 lanciert das Netzwerk Erzählcafé die Erzählcafé-Tage 2021. In Schulen, Gemeindesälen, Beizen, Bibliotheken und Co-Working-Spaces in der ganzen Schweiz sollen die Wände beben und die Lachmuskeln zucken, wenn wild zusammengewürfelte Menschen einander aus dem Leben erzählen. Zum Thema haben garantiert alle etwas zu sagen: «Lebensereignisse».

Dabei verfolgt das Netzwerk langfristige Ziele: Die Sichtbarkeit der Methode Erzählcafé soll erhöht, seine Wirksamkeit erlebbar gemacht und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.

Mit den nationalen Erzählcafé-Tagen wollen wir eine Bewegung in Gang setzen und eine Gesellschaft fördern, in der:

  • Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten miteinander ins Gespräch kommen und neue Perspektiven kennenlernen.
  • Interessierte Personen die Möglichkeit haben, in der Rolle der Moderation (mit ein bisschen Übung und Unterstützung!) die Lebensgeschichten der Teilnehmenden miteinander zu verknüpfen.

Wollen Sie Teil des Organisationsteams werden und das Wochenende mitgestalten? Wir suchen Moderatorinnen und Moderatoren, die ein Erzählcafé durchführen, sowie Institutionen, die einen Raum zur Verfügung stellen. Bitte schreiben Sie an info@netzwerk-erzaehlcafe.ch, Stichwort «Erzählcafé-Tage».

Zum Internationalen Tag der Freiwilligen am 5.12.2020 haben viele Organisationen und Menschen in der ganzen Schweiz Botschaften zur Freiwilligenarbeit geschrieben. So auch das Netzwerk Erzählcafé, das sich für das Miteinander und den Dialog in der Schweiz einsetzt. Hier finden Sie die Galerie mit allen Botschaften.

Wir danken allen Moderatorinnen und Moderatoren sowie allen, die beim Netzwerk Erzählcafé mitwirken, für ihr wertvolles Engagement!

Die Vielfalt an Veranstaltungsformaten, welche die Elemente «Biografie – Gruppe – Erzählen» enthalten, ist gross: Es gibt Gesprächskreise, Erzählcafés, Erzähl-Mahle, das Männerpalaver, Femmestische, Erzählbistros und vieles mehr.

 

In diesem «Dschungel» machen wir uns auf die Suche nach dem, was ein Erzählcafé ausmacht und was ein Erzählcafé von anderen Formaten differenziert. Diese Recherche ist Teil eines Publikationsprojekts in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Mit Praktikerinnen, Praktikern und Partnern, wie zum Beispiel dem Verein Sorgenetz möchten wir Erfolgsfaktoren und Stolpersteine von Erzähl-Formaten identifizieren.

Um uns zu unterstützen haben wir Moderatorinnen und Moderatoren, Veranstaltende und Trägerschaften nach Ihrer Meinung und Ihren Erfahrungen gefragt. Darüber hinaus war es eine Gelegenheit, andere Erzählformate kennenzulernen und sich zu vernetzen. An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen, die den Fragebogen ausgefüllt haben. Die Ergebnisse fliessen in das Publikationsprojekt des Netzwerks Erzählcafé ein.

Wir stellen uns vor

Edith Auer, Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen (Uni Wien): «Das Schöne am Erzählen in einer Gruppe ist, dass man ‘nur’ zuhören muss, dass es nicht um Meinungsbildung oder Wahrheitsfindung geht. Und alles, was erzählt wird, ist wichtig.»

Rhea Braunwalder, Netzwerk Erzählcafé: «Beim Erzählcafé gefallen mir die Momente, wo komplett Alltägliches zu Außergewöhnlichem wird.»

Gert Dressel, Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen (Uni Wien) & Verein Sorgenetz, er ist auch assoziiertes Mitglied beim Netzwerk Erzählcafé und findet: «Für ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben zählt weniger, was gezählt, sondern es zählt, was erzählt werden kann.»